Nicht genug Winterreifen für Kleinwagen?

Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, droht für die gerade beginnende Winterreifensaison ein Engpass bei Winterreifen für Kleinwagen. Durch die Verschrottungsprämie und die damit einhergehende starke Nachfrage an Kleinwagen sind nun überdurchschnittlich viele Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs, die Winterreifen in den Größen 14, 15 und 16 Zoll benötigen. Diese waren in den letzten Jahren eher weniger gefragt, so Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer beim Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) gegenüber der „Automobilwoche“.

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Die vielen neuen Kleinwagen, die größtenteils nur mit Sommerreifen gekauft sein durften (der Ansturm auf die Autohäuser mit der Verschrottungsprämie begann ja erst, als der Winter praktisch schon vorbei war), bringen die Verkaufsplanung der Reifenhändler mächtig durcheinander.

„Zum Ende des Monats September haben uns die maßgeblichen Hersteller gegenüber 2008 eine um 27 Prozent höhere Auslieferung von Winterreifen an die Händler gemeldet“, wurde Drechsler in der Automobilwoche weiter zitiert.

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Dienstwagen im Sommerloch

Im sogenannten Sommerloch, also der Zeit, in der sich die Medien mangels Alternativen auf eigentlich unbedeutende Ereignisse stürzen, brachte es diese Tage die Geschichte um Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und den gestohlenen Dienstwagen auf alle Titelseiten. Zwar ist das Fahrzeug mittlerweile wieder aufgetaucht, doch dank Sommerloch beschäftigt uns die Geschichte weiter. Dazu kommt natürlich noch, dass bald Wahlen zum Bundestag (und auch diverse Landtagswahlen) anstehen.

Durfte der Dienstwagen den weiten Weg nach Südspanien überhaupt zurücklegen? Ein Bundesminister hat, wie jetzt jeder weiß, uneingeschränkten Zugriff auf einen Dienstwagen, dienstlich wie privat. Doch was bedeutet das? Ist es auch legitim, einen Dienstwagen nach Australien einfliegen zu lassen (samt Fahrer), um dort Termine bei drei Dutzend deutschen Auswanderern wahrzunehmen? Wobei es ja noch nicht einmal eines Termins bedarf, denn uneingeschränkter Zugriff ist eine eindeutige Formulierung ohne weitere Bedingungen.

Das Thema wird Ulla Schmidt und die SPD noch einige Zeit beschäftigen, möglicherweise bis zu den Wahlen am 27. September 2009. Wann ein Dienstwagen durch einen hohen Staatsdiener privat genutzt werden sollte, ist letztlich keine rechtliche, sondern eine moralische Frage. Manche Politiker verzichten ganz darauf. Gleiches gilt übrigens auch für die Fahrbereitschaft im Deutschen Bundestag, die mancher Hinterbänkler sehr intensiv als Luxustaxi in Berlin (aus-) nutzt.

Bei sehr wichtigen privaten Anlässen dürfte wohl auch die Öffentlichkeit nichts gegen eine Nutzung haben, wenn bspw. bei der eigenen Hochzeit der Dienstwagen als Hochzeitsauto eingesetzt wird. Ein solch wichtiger Termin (mit großem Medieninteresse) ist zwar auch privater Natur, kann bei Personen, die derart in der Öffentlichkeit stehen wie ein Minister, aber sehr „entprivatisiert“ werden. Zudem spielen dann auch Sicherheitsbedenken eine Rolle, Dienstwagen bieten durch eine Panzerung (die es aber nur bei den Fahrzeugen gibt, die besonders gefährdeten Personen transportieren) einen besseren Schutz als herkömmliche PKW.

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Autogas – Westfalen AG freut sich über Rekord

Die  Westfalen AG hat vor einigen Tagen ihre Umsatzzahlen für 2008 vorgestellt. Wie die Neue Westfälische berichtet, stieg der Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 13,9 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro an. Besonders interessant ist die Zunahme beim Verkauf von Autogas.

Weiter heißt es dort:

Im Flüssiggasbereich „Westfalengas“ konnten vor allem durch den stark wachsenden Markt für Autogas, gute Ergebnisse erzielt werden. „Wir liegen hier deutlich über dem Vorjahr und unseren eigenen Planungen“, freut sich Fritsch-Albert. Bei der Tankstellenversorgung mit Autogas erzielte die Westfalen AG im Jahr 2008 ein Absatzplus von 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

67 Prozent mehr Autogas / LPG verkauft – das ist eine deutliche Größe. Somit lässt sich die These untermauern, dass immer mehr Autofahrer auf Autogas vertrauen.

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Trendwende für Automobilindustrie

Ist die Talsohle für den Absatz der deutschen Automobilindustrie erreicht? Zumindest sieht dies anscheinend der Verband der Automobilindustrie (VDA) so.

Laut einem Bericht im Handelsblatt stieg der PKW-Verkauf im April 2009 um 19 Prozent, in Österreich lag der Zuwachs bei 13 Prozent. In beiden Ländern stimulieren Verschrottungsprämien das Käuferverhalten. Diese positiven Zahlen haben auch andere Länder motiviert, ähnliche Instrumente einzuführen:

Mut machen den deutschen Herstellern auch die neu eingeführten Abwrackprämien in Großbritannien (ab Mitte Mai) und in Spanien (ab Juli). Dort war der Absatz im April um 24 und um 46 Prozent eingebrochen.

Auch wenn die Verschrottungsprämie an den deutschen Herstellern zwar nicht vorbeigeht, diese davon aber deutlich weniger profitieren als osteuropäische oder asiatische Billighersteller, so zeigt sie doch Wirkung. Doch das „süße Gift“ eines solchen Subventionswerkzeugs, das ja im Dezember auslaufen soll, wird keine nachhaltige Wirkung haben. Bleibt also zu hoffen, dass gegen Jahresende die Nachfrage nach deutschen PKW im Ausland wieder ansteigt.

Interessant ist auch, dass der Volumenhersteller Volkswagen deutlich weniger unter der Krise leidet als die Premiumanbieter Mercedes und BMW. VW konnte bei zwar auch rückläufigen Verkäufen seine Marktposition verbessern. Dazu das Handelsblatt:

Dennoch stieg der Marktanteil von 20,8 auf 22,7 Prozent. Bei Daimler brach der Absatz hingegen um 26,3 Prozent auf 60 214 Stück ein (Marktanteil 4,8 nach 5,7 Prozent). BMW musste sogar ein Minus von 31,2 Prozent auf 55 633 Wagen hinnehmen (Anteil 4,4 nach 5,7 Prozent).

Dies war natürlich zu erwarten, aber jetzt kann man es auch mit Zahlen belegen.

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Autogasverband reagiert auf negativen Frontal21-Beitrag

Der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) hat mit einer sehr deutlichen Pressemitteilung auf den LPG-Bericht des ZDF-Nachrichtenmagazins Frontal21 reagiert. Der TV-Beitrag wurde am 14. April im ZDF gesendet und kritisierte im Besonderen die angeblich schlechte Qualität des in Deutschland erhältlichen Autogases sowie mangelhafte Autogasanlagen.

In der Mitteilung heißt es unter anderem:

Der DVFG weist mit Nachdruck darauf hin, dass das von seinen Mitgliedsunternehmen gelieferte Autogas den definierten Qualitäts-Normen entspricht. Für Autogas-Tankstellen, die nicht diesem Kreis angehören, kann der Verband diese Erklärung natürlich nicht abgeben, erwartet aber, dass auch andere Marktteilnehmer ähnlich sorgfältig auf Qualität achten. Vor allem weist der DVFG auch darauf hin, dass Autofahrer insbesondere bei der nachträglichen Ausrüstung von Fahrzeugen mit Autogasanlagen beim DVFG gelistete oder anderweitig zertifizierte Ausrüstungsbetriebe nutzen sollten. So kann verhindert werden, dass Anlagen eingebaut werden, die nicht den technischen Qualitätsanforderungen entsprechen.

Hier finden Sie die zitierte Presssemitteilung.
Eine Zusammenfassung der Sendung sowie das Manuskript des Frontal21-Beitrages als PDF finden Sie an dieser Stelle.

Im Beitrag werden auch Beispiele einer schlecht eingebauten Autogasanlage gezeigt. In der Tat sind in den letzten Jahren viele Werkstätten auf den lukrativen LPG-Zug aufgesprungen, denn bei der großen Nachfrage nach Umrüstungen ließ und lässt sich noch immer viel Geld verdienen. Hier gilt für den PKW-Besitzer das gleiche wie bei jeder Reperatur: Die Auswahl der Werkstatt ist eine Vertrauenssache.

Tipp: Informieren Sie sich bei mehreren Betrieben über die Erfahrung mit Umrüstungen, und hier insbesondere mit ähnliche PKW-Modellen wie dem, für dessen Umrüstung Sie einen Auftrag erteilen möchten. Dann holen Sie sich zwei, drei Angebote ein und entscheiden nach dem Gesamteindruck, d.h. nicht unbedingt für den billigsten Anbieter.

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Staatshilfe für Autobanken?

Ein interessanter Artikel auf tagesschau.de behandelt das Thema Autobanken und staatliche Unterstützung.

Die Volkswagenbank hat demnach bereits als erste deutsche Autobank eine staatliche Garantie in Höhe von zwei Milliarten Euro beantragt. Andere Autobanken könnten diesem Beispiel folgen.

Die Geschäfte der Autobanken laufen im Moment sehr gut. So gut, dass etwa die Mercedes-Bank zeitweise Probleme hat, die Neuanträge der Kunden zu bearbeiten. Wer von den sehr guten Konditionen für Festgeldanlagen Gebrauch machen wollte, hat evtl. Pech gehabt: Denn seit Anfang Februar werden keine Anträge mehr entgegen genommen. Zu groß war der Andrang der Kleinanleger.

Die Kritik, die im Tagesschau-Beitrag zum Vorschein kommt, geht dahin, dass Autobanken wie die VW-Bank, die sich nicht über ihre Geschäfte beklagen können, die Finanzspritzen des Staates deshalb in Anspruch nehmen könnten, um so ihren schwächelnden Automobilabsatz zu forcieren. Das wäre natürlich nicht im Geiste des Erfinders, denn der sogenannte Rettungsschirm für die Banken soll einen Zusammenbruch des gesamten Bankensektor verhindern.
Und zur Stärkung des Automobilabsatzes wurde ja bereits die Abwrackprämie eingeführt.

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